Musiktherapie

Musiktherapie für frühgeborene Kinder und ihre Eltern / Music therapy for premature infants and their parents

Frühgeborene Kinder sind vielen Reizen und Umgebungslärm ausgeliefert, vor denen sie im Mutterleib geschützt worden wären. Außerdem fehlen den Kindern Hörerfahrungen aus der Schwangerschaft  -  die Stimme der Mutter, das Pulsieren ihres Blutes und ihr regelmäßiger Herzschlag - rhythmische Klänge, die Geborgenheit vermitteln und zur (Gehirn-) Entwicklung der Kinder beitragen. Mutter und Kind werden zu früh voneinander getrennt.

Um sowohl der Gefahr der Überreizung als auch der Gefahr der Reizarmut entgegenzuwirken, sowie den Beziehungsaufbau von Eltern und Kind zu unterstützen, wird auf den Stationen der Klinik für Neonatologie im USZ Musiktherapie angeboten. Ziel der Kreativen Musiktherapie ist es, die Kinder positiv zu stimulieren und den in dieser Anfangszeit so wichtigen menschlichen Kontakt über die Musik anzubieten. Indem auf dem Atemrhythmus des Kindes gesungen wird, bekommt es Halt und Rhythmus vermittelt, an dem es sich orientieren kann. Bisherige  Studienergebnisse zeigen positive Auswirkungen von Musiktherapie auf die Sauerstoffsättigung, die Herzfrequenz und das Aufmerksamkeitspotential der Kinder. Das Therapieangebot kann also gleichzeitig stressmindernd und entwicklungsfördernd wirken.

In einer randomisierten, kontrollierten Studie untersuchen wir die positive Wirkung von Musiktherapie. Mit Magnetresonanztomographie Untersuchungen konnten wir aufzeigen, dass sich bei Frühgeborenen unter Musiktherapie am erwarteten Geburtstermin gewisse Hirnfunktionen besser ausbilden (Magnetresonanz). Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich insbesondere funktionelle Netzwerke, die funktionelle Integration sowie die thalamo-kortikale Verarbeitung im Gehirn unter der Kreativen Musiktherapie verbessert hat. Dies sind Gehirnareale, die später für die Kognition, die Steuerung von Verhalten, Emotionen, Gefühlskontrolle und die motorische Entwicklung wichtig sind (Entwicklung in präfrontalen, motorischen und temporalen Gehirnregionen). Die Entwicklung der Kinder wird bis im Alter von 5 Jahren weiter verfolgt.

Publikation: Haslbeck, B., Jakab, A., Held, U., Bassler, D., Bucher, H.-U., Hagmann, C. (2020): Creative music therapy to promote brain function and brain structure in preterm infants: A randomized controlled pilot study, NeuroImage: Clinical, Volume 25, 102171, DOI: https://doi.org/10.1016/j.nicl.2020.102171.

Förderung der Forschung von Musiktherapie in der Neonatologie durch die USZ-Foundation:
USZ-Foundation
Partner amia musica:             
Verein von und für Eltern frühgeborener Kinder, um betroffene Familien mit Musik zu unterstützen
amiamusica.ch; Picknick-Flyer amiamusica

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Many premature infants have to cope with the potential sensory tensions of overstimulation and deprivation in neonatal care. A stressful intensive care environment replaces the intrauterine nurturing world that usually is perfect for fetal growth and (brain) maturation with regard to type, extent, and duration of stimuli as it is a world of low-frequency sounds providing protection and steady rhythms. Mother and infant are detached far too early.

At the Clinic of Neonatology at the University Hospital Zurich we offer creative music therapy (CMT) with the objective to reduce and prevent sensory overstimulation as well as to minimize sensory deprivation. With this approach, the music therapist establishes human contact with the infant through improvised humming that is constantly adjusted to the fragile rhythms and subtle expressions of the premature infant. The parents, if available and willing, are involved individually in the therapeutic process. Study results show that music therapy can facilitate relaxation and stabilization in premature infants as well as adequate stimulation, apperception and development.

In a prospective, randomized, controlled trial we aim to evaluate the positive influence of creative music therapy on premature infants. It is hypothesized that the experience of CMT in neonatal care improves the infants` brain growth and development at the time of their expected date of delivery as well as their neurobehavioral development at the age of 2 and 5 years.

CV & selected publications F. Haslbeck

Kontakt / Contact:
Dr. rer. medic. Friederike B. Haslbeck, DMtG, SFMT
Friederike.Haslbeck@usz.ch
Klinik für Neonatologie / USZ
Frauenklinikstrasse 10
8091 Zürich


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